Wie funktioniert Solarladen mit Peblar?
Eine Solaranlage auf dem Dach und ein Elektroauto vor dem Haus sind die perfekte Kombination. Die Sonne produziert tagsüber Strom, während dein Auto oft zuhause steht. Jede Kilowattstunde, die direkt in dein Fahrzeug fließt, musst du nicht zu einem niedrigen Einspeisetarif ins Netz zurückverkaufen.
Eine Peblar Wallbox misst die Stromproduktion deiner Solaranlage und den Stromverbrauch deines Haushalts. Anschließend lädt sie mit dem verfügbaren Überschuss. Wie genau das passiert, entscheidest du selbst. In diesem Artikel erklären wir die vier Solarmodi: Pure Solar, Smart Solar, Fast Solar und Custom Solar.
Solarladen funktioniert grundsätzlich immer
Bevor wir uns die einzelnen Modi ansehen, solltest du wissen, dass grundsätzlich jede Wallbox Solarstrom bis zu einem gewissen Grad nutzen kann.
Deine Solaranlage speist Strom in deinen Zählerschrank bzw. die Hausinstallation ein. Die Wallbox bezieht Energie aus demselben Netzanschlusspunkt. Produziert deine Solaranlage mehr Strom als dein Haushalt verbraucht, fließt dieser Überschuss zuerst in die Wallbox. Erst danach wird zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen.
Der Unterschied bei einer Peblar Wallbox besteht darin, dass sie den verfügbaren Überschuss aktiv erkennt und den Ladestrom automatisch daran anpasst. Wenn wir in diesem Artikel von Solarladen sprechen, meinen wir genau diese aktive Anpassung an die aktuelle Solarproduktion.
Dafür benötigt die Wallbox aktuelle Daten über deinen Stromverbrauch. Diese können von einem kompatiblen Energiezähler, einem HomeWizard P1 Meter oder einem unterstützten Wechselrichter bereitgestellt werden. Die Wallbox misst den Stromfluss am Netzanschlusspunkt und erkennt dadurch jederzeit, ob du Strom aus dem Netz beziehst oder ins Netz einspeist.
Eine wichtige Zahl: 6 A
Ein Elektroauto kann nicht mit beliebig wenig Strom geladen werden.
Der Ladestandard definiert einen Mindestladestrom von 6 A pro Phase. Bei einphasigem Laden entspricht das etwa 1,4 kW. Unterhalb dieses Werts beginnt dein Fahrzeug nicht zu laden.
Diese Mindestgrenze erklärt, warum die verschiedenen Solarmodi überhaupt existieren.
An einem bewölkten Morgen erzeugt deine Solaranlage vielleicht nur 800 W Überschuss. Diese Energie ist verfügbar, reicht aber nicht aus, um die Mindestladeleistung von 6 A zu erreichen. Die verschiedenen Modi gehen unterschiedlich mit dieser Situation um.

Solarmuster: NegatSolarmuster: Ein negativer Wert bedeutet, dass ein Haushalt mehr verbraucht als er erzeugt. Zwischen 6:15 und 16:45 Uhr gibt es also einen Überschuss.
Pure Solar
Im Modus Pure Solar wird ausschließlich mit Solarüberschuss geladen.
Die Wallbox wartet, bis genügend Überschuss vorhanden ist, um die Mindestladeleistung von 6 A zu erreichen. Erst dann startet der Ladevorgang. Während des Ladens passt sich die Wallbox kontinuierlich an die aktuelle Solarproduktion an.
Sinkt der Überschuss unter die Mindestgrenze, pausiert die Ladung wieder, bis ausreichend Solarenergie verfügbar ist.
Dabei wird kein Strom aus dem Netz bezogen.
Pure Solar ist die richtige Wahl, wenn du möglichst günstig laden möchtest und die Ladegeschwindigkeit keine hohe Priorität hat. An trüben Tagen oder bei kleineren PV-Anlagen kann es allerdings sein, dass dein Fahrzeug gar nicht lädt.
Pure Solar: Beginn des Ladens mit dem überschüssigen Strom, wenn dieser Überschuss höher ist als der Mindestschwellenwert (Schwellenwert = gestrichelte graue Linie, EV-Verhalten = hellorangefarbene Linie).
Smart Solar
Smart Solar nutzt deinen gesamten Solarüberschuss und ergänzt ihn zusätzlich mit 920 W Netzstrom (ca. 4 A).
Dadurch beginnt die Ladung bereits bei geringerem Überschuss als bei Pure Solar und läuft auch weiter, wenn kurzfristig Wolken vorbeiziehen.
Steigt die Solarproduktion im Tagesverlauf, erhöht sich automatisch auch die Ladeleistung.
Smart Solar sorgt für einen gleichmäßigeren Ladevorgang. Du nutzt jede erzeugte Kilowattstunde Solarenergie und akzeptierst lediglich einen kleinen konstanten Netzanteil, damit das Laden nicht unterbrochen wird.
Smart Solar: Beginn des Ladevorgangs bei einem niedrigeren Schwellenwert, Verfolgung des Musters + Hinzufügen von Strom aus dem Netz
Fast Solar
Fast Solar startet unter denselben Bedingungen wie Smart Solar.
Sobald das Laden beginnt, lädt die Wallbox jedoch mit der maximal verfügbaren Leistung. Der gesamte verfügbare Solarstrom fließt in das Fahrzeug und wird bei Bedarf mit Netzstrom ergänzt.
Dieser Modus eignet sich besonders, wenn dein Fahrzeug möglichst schnell wieder einsatzbereit sein soll.
Hier steht die Ladegeschwindigkeit im Vordergrund, während Solarstrom weiterhin optimal genutzt wird.
Fast Solar: Beginn des Ladevorgangs bei einem niedrigeren Schwellenwert, Laden mit maximalem Strom.
[Maximal verfügbare Ladeleistung = gestrichelte graue Linie]
Custom Solar
Pure Solar, Smart Solar und Fast Solar decken die meisten Anwendungsfälle ab.
Jedes Zuhause ist jedoch anders. Manche Haushalte verfügen über eine Wärmepumpe, andere über einen Batteriespeicher oder eine besonders große Solaranlage. Für diese Situationen gibt es Custom Solar.
Custom Solar bietet dir drei frei konfigurierbare Einstellungen in der Peblar-Weboberfläche.
Standardmäßig entsprechen die Werte denen von Pure Solar. So hast du einen bekannten Ausgangspunkt und kannst einzelne Einstellungen gezielt an deine Anforderungen anpassen.
Start-/Stopp-Schwelle
Mit dieser Einstellung legst du fest, bei welchem Überschuss die Ladung beginnt und wann sie wieder stoppt.
Der Wert wird in Watt angegeben.
Die Anzeige folgt der Logik deines Stromzählers:
- Negative Werte = Einspeisung ins Netz
- Positive Werte = Strombezug aus dem Netz
- 0 W: Keine Einspeisung und kein Netzbezug
- −500 W: Es werden dauerhaft 500 W ins Netz eingespeist
- +500 W: Zusätzlich werden 500 W aus dem Netz bezogen
- Die Start-/Stopp-Schwelle bestimmt, wann geladen wird.
- Der Zielwert für den Netzanschluss bestimmt, wie viel Strom während der Ladung genutzt wird.
- Die Solaranlage beginnt um 06:00 Uhr Strom zu erzeugen
- Die Spitzenleistung liegt mittags bei etwa 2200 W
- Um 19:00 Uhr endet die Produktion
- Pure Solar: Wenn geringe Kosten wichtiger sind als Ladegeschwindigkeit
- Smart Solar: Für gleichmäßiges Laden bei wechselhaftem Wetter
- Fast Solar: Wenn dein Auto möglichst schnell geladen werden soll
- Custom Solar: Wenn du das Verhalten individuell anpassen möchtest
- Einspeisung = negativ
- Netzbezug = positiv
Ein Wert von −1300 W bedeutet zum Beispiel, dass die Ladung beginnt, sobald mindestens 1300 W ins Netz eingespeist werden.
Ein niedrigerer Wert, etwa −800 W, startet den Ladevorgang früher am Tag und beendet ihn später am Abend. Dafür kann ein kleiner Anteil Netzstrom notwendig werden, um die Mindestladeleistung von 6 A zu erreichen.
Auch positive Werte sind möglich.
Das kann sinnvoll sein, wenn tagsüber größere Verbraucher wie eine Wärmepumpe laufen. Erzeugt deine Solaranlage beispielsweise 2000 W und dein Haushalt verbraucht ständig 3000 W, liegt ein Netzbezug von 1000 W vor. Mit einer Schwelle von +1000 W beginnt die Ladung, sobald dein Haushaltsverbrauch unter 3000 W sinkt.
Zielwert für den Netzanschluss
Nach dem Start der Ladung regelt die Wallbox den Ladestrom so, dass am Netzanschluss ein bestimmter Zielwert eingehalten wird.
Auch dieser Wert wird in Watt angegeben und nutzt dieselbe Vorzeichenlogik.
Beispiele:
Damit kannst du das Zusammenspiel von Solaranlage, Batteriespeicher und Wallbox gezielt steuern.
Always Charge
Aktivierst du Always Charge, wartet die Wallbox nicht auf die eingestellte Startschwelle.
Sobald du dein Fahrzeug anschließt, beginnt die Ladung mit mindestens 6 A und richtet sich direkt nach dem eingestellten Zielwert.
So startet der Ladevorgang sofort, ohne auf die Vorteile des Solarladens zu verzichten.
Zwei Dinge solltest du wissen
Sobald die Ladung aktiv ist, liefert die Wallbox immer mindestens 6 A.
Die Startschwelle wird immer vor Beginn der Ladung ausgewertet. Die Ladeleistung selbst beeinflusst diesen Wert daher nicht.
Beide Einstellungen arbeiten unabhängig voneinander.
So sieht das in der Praxis aus
Stell dir einen typischen Tag vor:
Mit einer Startschwelle von −1300 W und einem Zielwert von 0 W beginnt die Ladung ungefähr um 09:30 Uhr und endet gegen 15:30 Uhr.
Während dieses Zeitfensters fließt der verfügbare Solarüberschuss direkt in dein Fahrzeug. Außerhalb dieses Zeitfensters wird der Strom wie gewohnt ins Netz eingespeist.
Reduzierst du die Startschwelle, wird das Ladefenster größer. Erhöhst du den Zielwert, lädt das Fahrzeug schneller. Mit Always Charge beginnt die Ladung direkt nach dem Einstecken.
Custom Solar gibt dir die Freiheit, den idealen Kompromiss zwischen maximaler Ersparnis und maximaler Ladegeschwindigkeit zu wählen.
Was Solarladen für das Stromnetz bedeutet
Jedes Jahr werden mehr Solaranlagen installiert.
An sonnigen Tagen speisen viele Haushalte gleichzeitig Strom ins lokale Netz ein. Dadurch können Spannungsspitzen entstehen, die im Extremfall Wechselrichter abschalten oder Geräte beeinträchtigen.
Wenn du dein Elektroauto mit deinem eigenen Solarüberschuss lädst, wird dieser Strom direkt vor Ort genutzt.
Jede Kilowattstunde, die im Fahrzeug landet, muss nicht durch das lokale Stromnetz transportiert werden.
Solarladen senkt nicht nur deine Energiekosten, sondern unterstützt auch die Stabilität des Stromnetzes.


